Nicht jedes Projekt muss die Welt verändern.
Manchmal reicht es völlig aus, wenn es den eigenen Arbeitsalltag jeden Tag ein kleines Stück besser macht.
Genau deshalb beginnt heute ein neues Softwareprojekt.
Diesmal geht es weder um Linux-Server noch um komplexe Sicherheitsarchitekturen oder umfangreiche Verwaltungsplattformen.
Es geht um etwas, das deutlich kleiner wirkt – aber vermutlich fast genauso oft genutzt werden wird.
Ein webbasiertes System zur Verwaltung von Prompts und Textbausteinen.
Das eigentliche Problem
Wer regelmäßig mit KI-Systemen arbeitet, kennt das vermutlich.
Irgendwann sammelt sich eine erstaunliche Menge an Prompts an.
Der perfekte Prompt für einen Blogartikel.
Der optimierte Prompt für eine Bildgenerierung.
Der eine Prompt, der genau die gewünschte Tabellenstruktur erzeugt.
Der Textbaustein für Meta-Beschreibungen.
Der Standardtext für Social Media.
Die Vorlage für E-Mails.
SEO-Templates.
Projektbeschreibungen.
Checklisten.
Und irgendwann liegen sie überall.
Ein paar in Notepad.
Einige in Word.
Andere in Markdown-Dateien.
Ein Teil in OneNote.
Ein weiterer Teil irgendwo zwischen Browser-Lesezeichen, Cloudspeichern und der berühmten Datei mit dem Namen:
"Prompt_neu_final_final_v3_WIRKLICH_final.txt"
Spätestens dann weiß man:
So kann das nicht bleiben.
Also baue ich mir mein eigenes Werkzeug
Statt weiter nach der richtigen Datei zu suchen, entsteht jetzt eine kleine Webanwendung.
Kein riesiges Enterprise-System.
Keine überladene Software.
Keine unnötigen Funktionen.
Ein Werkzeug.
Nicht mehr.
Nicht weniger.
Die erste Version
Der Fokus liegt bewusst auf einem Minimal Viable Product (MVP).
Ich möchte möglichst schnell etwas haben, das im Alltag tatsächlich genutzt werden kann.
Die erste Version soll deshalb bewusst überschaubar bleiben.
Geplant sind zunächst:
-
Kategorien
-
komfortable Suche
-
übersichtliche Listenansicht
-
Kopieren-Button
-
einfache Bearbeitung
-
schnelle Navigation
Mehr braucht es am Anfang eigentlich gar nicht.
Denn das eigentliche Ziel lautet:
Suchen vermeiden.
Warum eigentlich webbasiert?
Natürlich könnte ich auch einfach weitere Textdateien sammeln.
Oder eine Excel-Tabelle anlegen.
Oder Notion benutzen.
Oder OneNote.
Oder irgendein anderes Tool.
Aber genau dort liegt das Problem.
Ich möchte unabhängig bleiben.
Ich möchte selbst entscheiden können, wie die Oberfläche aussieht.
Welche Funktionen dazugehören.
Welche Tastenkombinationen sinnvoll sind.
Und welche eben nicht.
Außerdem möchte ich das System überall verwenden können.
Browser öffnen.
Einloggen.
Prompt kopieren.
Weiterarbeiten.
Mehr soll es eigentlich gar nicht sein.
Prompts sind das neue Werkzeug
Vor einigen Jahren waren Skripte der wichtigste Bestandteil vieler Projekte.
Heute gehören Prompts fast genauso selbstverständlich dazu.
Sie sind Arbeitswerkzeuge geworden.
Sie entwickeln sich ständig weiter.
Sie werden verbessert.
Verfeinert.
Optimiert.
An unterschiedliche Modelle angepasst.
Eigentlich unterscheiden sie sich kaum noch von Quellcode.
Und genau deshalb verdienen sie auch eine vernünftige Verwaltung.
Mehr als nur Prompts
Das Projekt soll bewusst offen bleiben.
Denn sehr schnell wurde klar:
Nicht nur Prompts müssen organisiert werden.
Auch klassische Textbausteine gehören dazu.
Standardantworten.
Projektbeschreibungen.
Einleitungen.
SEO-Vorlagen.
HTML-Schnipsel.
Markdown-Blöcke.
Regelwerke.
Codefragmente.
Checklisten.
Mit der Zeit entsteht daraus vermutlich eine zentrale Wissenssammlung.
Und genau das ist gewollt.
Erst einfach. Dann intelligent.
Natürlich könnte ich von Anfang an alles einbauen.
Benutzerverwaltung.
Versionierung.
Bewertungen.
Favoriten.
Tags.
Export.
Import.
API.
Synchronisation.
Mandantenfähigkeit.
Rollenmodelle.
Aber genau das möchte ich diesmal vermeiden.
Ich habe in den vergangenen Projekten gelernt:
Ein gutes Werkzeug wächst.
Es wird nicht fertig geplant.
Deshalb beginnt alles bewusst klein.
Erst wenn sich zeigt, wie das System tatsächlich genutzt wird, kommen weitere Funktionen hinzu.
Die Roadmap steht bereits
Auch wenn Version 1 bewusst schlank bleibt, existieren natürlich schon viele Ideen.
Unter anderem:
-
Login
-
Benutzerverwaltung
-
Datenbankanbindung
-
Tags
-
Mehrfachkategorien
-
Versionierung
-
Änderungsverlauf
-
Favoriten
-
Bewertungssystem
-
Freigaben
-
Export
-
Import
-
API
-
Mehrsprachigkeit
Aber das alles kommt später.
Heute geht es um etwas viel Wichtigeres.
Anfangen.
Ein Werkzeug für den Alltag
Ich entwickle dieses Projekt zunächst für mich selbst.
Das ist sogar Absicht.
Denn Werkzeuge, die täglich genutzt werden, entwickeln sich meistens in die richtige Richtung.
Jede kleine Unstimmigkeit fällt sofort auf.
Jeder unnötige Klick nervt.
Jede umständliche Suche wird schnell beseitigt.
Genau dadurch entstehen gute Programme.
Nicht durch endlose Planung.
Sondern durch echte Nutzung.
Warum ich auch dieses Projekt dokumentiere
Wie bei meinen anderen Projekten möchte ich auch diesmal den gesamten Entwicklungsweg begleiten.
Nicht erst die fertige Software.
Sondern auch die Entscheidungen.
Die Irrwege.
Die kleinen Ideen.
Die verworfenen Konzepte.
Vielleicht hilft das später anderen Entwicklern.
Vielleicht entstehen daraus neue Ideen.
Vielleicht baut jemand darauf auf.
Und genau das wäre schön.
Zum Schluss
Heute startet kein riesiges Softwareprojekt.
Keine komplexe Serverplattform.
Keine Sicherheitslösung.
Keine Infrastruktur.
Heute beginnt etwas Kleines.
Aber manchmal sind genau diese kleinen Werkzeuge diejenigen, die man am Ende täglich verwendet.
Vielleicht wird daraus irgendwann eine umfangreiche Prompt-Verwaltung.
Vielleicht entwickelt es sich zu einer Wissensdatenbank.
Vielleicht bleibt es genau das, was ich heute plane:
Ein schnelles, übersichtliches und praktisches Werkzeug, das mir jeden Tag ein paar Minuten Arbeit spart.
Und manchmal sind genau diese paar Minuten der größte Gewinn überhaupt.
Heute beginnt nicht das größte Projekt.
Aber vielleicht eines der nützlichsten.